Ein lückenvolles

Lexikon der Pop- & Rock-Literatur

Basis-Informationen in 22 Schubladen
von Peter Wulff

 

So, vom kundigen Carl-Ludwig Reichert schon lange angemahnt: unsere Bibliographie fürs Lexikon. Da hat er recht - mindestens acht Laufmeter Buch wurden konsultiert um unsere „subjektive“ Sichtweise zu unterfüttern - damit hätten wir angeben sollen! (Wer jetzt schon mehr über unsere Bücher wissen will, soll .)

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George T. Simon, „Die Goldene Ära der Big Bands“, Hannibal, 2004 (Original 1981)
DAS Standardwerk.

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Dorothy Baker, „Verklungene Trompete“, Sanssouci, Zürich, 1961
Ein ergreifender, wunderbarer Roman über Bix Beiderbecke - volle Breitseite Jazz-Feeling - ein Klassiker.

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Steven Rosen, „Black Sabbath“, Sanctuary, London 2001
Englische Band-Bio. Überarbeitete Version der 96er-Ausgabe - o.k. stimmt alles soweit und leidlich unterhaltsam.

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Endlich auch in Deutschland wieder erhätlich: Die aktuelle James Brown-(Auto)Biographie von Bruce Tucker. Ambivalent wie der Musiker - darf also als gelungen gelten; Heyne, 2008.

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Franz Dobler, „Johnny Cash ...und die seltsame und schöne Welt der Countrymusik - The Beast In Me“, Heyne, 2. überarbeitete Auflage, 2004
Unterhaltsam-lockere freundliche Informationen zu Johnny Cash, der Country-Szene und -Industrie in Amerika und Deutschland von damals bis heute. Nicht wirklich eine Biografie, aber ein Lesevergnügen.

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Die ultimative Biographie über Miles Davis stammt von Ian Carr. Da er selbst Trompete spielt und aus dem fernen Großbritannien stammt, hält er kritische Distanz und läßt dennoch liebevolle Nähe walten - das Ergebnis ist (typographisch eine Katastrophe) inhaltlich kaum zu übertreffen; LT Verlag 1982/1985.

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Ray Manzarek regt sich in „Die Doors, Jim Morrison und ich“ fürchterlich über Oliver Stone auf, bringt aber dennoch eine liebenswürdige Biographie zustande, die auch das Lebensgefühl der End-60er-Jahre rüberbringt; Hannibal, 1999.

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Geoff Emerick (mit Howard Massey), „Du machst die Beatles“. Was der dämliche Titel nicht vermuten läßt: Beim Tontechniker der Beatles, Emerick hat man tatsächlich das Gefühl, dabei gewesen zu sein. Eine so intime und nur teils warmherzige Darstellung war womöglich nur aus dieser zeitlichen Distanz zu bewerkstelligen. Die erstaunlich plausible Geschichte (nicht nur) der Beatles in manchmal erschreckend klaustrophobischer Weise setzt nicht nur das Verhältnis zum Produzenten Martin in ein neues Licht. Außerdem interessant für Tontechniker. Bin immer noch ganz erstaunt. Blanvalet, 2007.

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„Flamenco“ von Kersten Knipp. Das Lebensgefühl hier in detaillierter und äußerst fundierter Historie. 2006 bei Suhrkamp erschienen und schon das Standardwerk, sage ich mal, etwas vorgriffig.

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„Grateful Dead, The Illustrated Trip“ - auf 480 großformatigen Seiten wird jede in Beziehung zur Band stehende Person, jeder wichtige Tag in der Geschichte der Band (und etwas vorher und nachher), jede Platte, jedes wichtige Lied und und und uff - mehr geht nun wirklich nicht - gewürdigt; Dorling Kindersley, 2003. Na ja, ich hab´ schon noch etliche Bücher mehr über die Dead ;-)

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„Nicky Hopkins“ von Julian Dawson. Der kränkliche Pianist hat mit so vielen Musikern und Bands gespielt (u.a. Stones, Beatles, Who, Jerry Garcia, Jeff Beck, Fats Domono, Martha Reeves...), daß der Protagonist dem Leser in unzähligen traurigen, lustigen, spannenden, aber immer informativen Episoden stetig symphatischer wird - eine Fundgrube und fast ein Roman, wohl auch, weil Dawson als Musiker sehr einfühlsam schreibt. Edition Elke Heidenreich bei C. Bertelsmann 2010, 400 S.

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„JAZZ“ Für den Einsteiger eine authentisch illustrierte Chronik, eine informative Instrumenten-Übersicht, eine etwas zu kanonisierte Vorstellung der Größen des Jazz und eine ebenso fragwürdig knappe Darstellung der Techniken. Dann aber auch für Kenner eine wunderbar engagiert warmherzige Kritik fundamentaler Aufnahmen wobei allein die vielen Coverabbbildungen Gold wert sind!
Von John Fordham im Christian Verlag, München, 1994 und in unzähligen günstigen Nachdrucken.

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„Das kleine Jazz-Lexikon“ (von Marcus A, Woelfle)
ist mit 5,5, x 6 cm tatsächlich klein, geradezu winzig. Trotzdem gelingt das Kunststück, alles Wesentliche auch noch pointiert unterzubringen. Vorbildlich! Absolut gelungen!
Compact Verlag 1995, München, 256 S.

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„Ozzy - Die Autobiographie“: Ozzys Leidensgeschichte - sehr detailreich und dennoch nicht unbedingt erhellend - um so länger um so quälender. Heyne 2009, 480 S.

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Wesentlich unterhaltsamer: „Ozzy Osbourne Talking“: Kurzweilige Bio mit zahlreichen Abbildungen - zusammengesetzt aus teils provokanten, teils witzigen Zitaten Ozzies und etlicher Kollegen. Schwarzkopf & Schwarzkopf 2003, 160 S.

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Ich weiß nicht in welcher Auflage und mit welchen Autoren (war da Carl-Ludwig nicht auch dabei?) das „Sachlexikon Rockmusik“ von Tibor Kneif erschienen ist. Die Hälfte unserer Inspiration (Sachlexikon eben) verdanken wir jedenfalls diesem epochalem Standardwerk; Rowohlt 1978 (überarbeitet 1980...).

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Fritz Rau, „50 Jahre Backstage“, Palmyra, Heidelberg, 2005
Der oft des Kommerzialismus gescholtene Konzertveranstalter mit seiner Autobiographie. Symphatisch und spannend, wäre da nicht die breit ausufernde Affinität zu ausgerechnet Peter Maffay...
Profunde Kenntnisse in Sachen Jazz, Blues, Weltmusik und die wirklich unbestreitbaren Leistungen des Impresarios haben mich aber wieder versöhnt - ein echter Blick hinter die Kulissen.

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Terry Hounsome, „Rock Record 7“, Record Researcher Publications, 1997
15.000 Einträge (Musiker/Bands)! 115.000 Alben!! 250.000 Musiker!!! Seit der 3. Auflage (1981) kämpfen wir uns durch dieses akribische Standardwerk. Für Freaks und Fans. Neu und auf CD-ROM 738.000 Alben, 2.400.000 Titel, 1.180.000 Musiker/Bands!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!! Unglaublich!

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Julius Schittenhelm, „Ich bin kein Volk“, Biografie, Books on Demand, 2012, 288 S.
Jazz, Nazis, München in den 50ern, 60ern, 70ern, Studentenunruhen, Frauen, Sex, Kino, Theatron; frühe Tonstudios, Drogen, Andy Warhol, Embryo, Guru Guru, Christof Stählin, Joe Haider, Joe Kienemann, weise Texte zu Politik, Kultur, Chemie und Physik... - Interessiert? Dann hier zuschlagen!.
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Ingeborg Schober, „Rock Dreams, 20 Jahre Popmusik von A bis Z“, mit zahlr. Farbabb. von Guy Peellaert, Schünemann, 1973
Atmet den Zeitgeist der frühen Jahre und ist auch deswegen bis heute gültig. Ein großer Wurf der Münchner Journalistin, die offensichtlich dabeigewesen ist. Das Buch ist längst vergriffen, Ingeborg Schober ist leider seit 2010 nicht mehr „On the Road”.

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Beckmann, Martens, „Star-Club“, Rowohlt, 1980
Der legendäre Schuppen in Hamburg. Bilder (s/w), Anekdoten und Informationen ohne Ende. Sehr spannend, da von Bill Haley bis Yes! Beatles natürlich, Cream, Hendrix, Rattles, Manfred Mann, Klaus Doldinger, Black Sabbath, Pretty Things, Fats Domino, Richie Blackmore, Ray Charles, Liverbirds und äh - eine wirklich unglaubliche Mischung!!! Achtung - aus gegebenem Anlaß: Das Buch ist längst vergriffen, zum letztjährigen Jubiläum in ähnlicher Form aber wieder aufgelegt - zugreifen, bevor diese Schatzkiste wieder geschlossen wird!

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Uwe Reuters, „Easy Livin´, The Story of Uriah Heep“, Eigenverlag, Aachen, 1997
Sehr sehr sehr engagiertes Projekt von Uwe - wird bis heute weitergeführt - mehr zu Uriah Heep (für Anfänger und Fortgeschrittene) geht nicht!

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© Peter Wulff , Jakobstal 11, 84160 Frontenhausen, 2012
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